Mixed Reality in der Praxis: Schulung von Mitarbeitern

Mit dem Einsatz von Mixed Realiy schaffen Unternehmen eine Umgebung, in der Mitarbeiter effektiv, individuell und kollaborativ lernen können.

Unternehmen setzen Mixed-Reality-Lösungen in der Praxis ein, zum Beispiel bei Wartungen. Aber auch bei der Weiterbildung von Mitarbeitern erweisen sich HoloLens & Co. in der Industrie 4.0 als effektiv.

Technischer Wandel führt zu besseren Lerneffekten

In Köln wurde kürzlich ein neues Mixed Reality Lab eröffnet. Hier können Unternehmen und deren Mitarbeiter nicht nur mehr über VR, AR und MR erfahren, sondern gleich Workshops und Schulungen mit der Technik durchlaufen. Solche Entwicklungen zeigen, dass sich derzeit ein tiefgreifender Wandel in der Wirtschaft abspielt.

So setzen auch Firmen wie Japan Airlines Mixed Reality gezielt ein, um ihre Mechaniker und Piloten zu schulen. Dabei wird die Arbeit am bzw. in einem realen Cockpit simuliert. Mithilfe einer audiovisuellen Anleitung werden beide Berufsgruppen durch wichtige Schritte ihrer späteren Routine geführt. Ziel dabei ist, das intellektuelle Gedächtnis in ein Muskelgedächtnis umzuwandeln, sprich: die Lerninhalte noch tiefer und verständlicher abzuspeichern.

Und das funktioniert, wie eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt (PDF): So wurden die Motivation und Problemlösungskompetenzen der Teilnehmer durch das Hinzufügen von spielbasierten Designs in einer MR-Umgebung erhöht. Und laut Campus Lab hat Mixed Reality großes Potenzial für die technische Ausbildung sowie für die allgemeine betriebliche Weiterbildung.

Vorteile bei Schulung mit Mixed Reality

Das Mixed Reality Developement Studio Kazendi beschreibt die Vorzüge so:

Ortsunabhängiges Lernen

Mittels MR-Brille können Mitarbeiter überall auf virtuelle Lerninhalte zugreifen. Dabei lohnt es sich, die Technologie schon früh zu nutzen, wie Kazendi schreibt:

„Mixed Reality wird auch bessere Beziehungen zwischen Studenten und ihren zukünftigen Mitarbeitern fördern, indem sie sie früher in ihre zukünftigen Berufsfelder einführt.“

Kollaboratives Lernen

Das gemeinsame Lernen wird mit Mixed Reality interaktiver und damit spannender. Kollegen können sich so austauschen und mit ihren MR-Brillen gemeinsam an Projekten arbeiten.
Dank Mixed Reality eröffnen sich grenzenlose virtuelle Welten: Von der detailgetreuen Darstellung eines Flugzeugs über die Nachverfolgung logistischer Prozesse hin zu schnellen Ortswechseln von der Werkbank in das Lager etc. ist alles möglich. Damit lassen sich Lernszenarien entwerfen, die unter realen Bedingungen nicht umsetzbar oder sehr aufwendig wären.

Freude am Lernen

Mixed Reality bietet die Möglichkeit des individuellen Lernens innerhalb einer Umgebung, in der Mitarbeiter sich wohlfühlen und das Wissen schneller verinnerlichen. Positive Erfahrungen mit dem Mixed-Reality-Lernen bestätigt auch das französische Tech-Unternehmen L’Atelier BNP Paribas. Demzufolge fördert der Einsatz von MR beim gemeinsamen Lernen die Mitarbeiterbindung und sorgt für eine effizientere Arbeitsleistung bei allen Beteiligten.

Ausblick

Wohin die Reise für Mixed Reality und Unternehmen in der Weiterbildung geht, zeigt der HoloLens-Hersteller Microsoft: Für Windows Mixed Reality soll unter anderem mehr Content für Partner wie LEGO produziert werden. Studenten können dabei wie Ingenieure eigene Transportpläne erstellen. Auch eine Analyse von Accenture Technology (PDF) zu dem Schluss, dass es sich für Unternehmen lohnt, die eigenen Angestellten so früh wie möglich mit der MR-Technologie vertraut zu machen:

„Use Cases, die Wege der Interaktion und selbst die Hardware der Mixed Reality selbst werden sich weiterentwickeln, vergleichbar mit der frühen Entwicklung von Smartphones. Dies beinhaltet eine unglaubliche Chance für jene, die gewillt sind, jetzt in diese Technologie zu investieren. Die vielversprechenden Kapazitäten von Mixed-Reality-Technologie sind stark und diese Erfahrungen zu machen, wird führenden Unternehmen einen entscheidenden Vorteil verschaffen.“