Virtual Reality: Die Zukunft der Filme?

In naher Zukunft wird Virtual Reality Einzug in die Kinosäle und unsere Wohnzimmer halten. Welche Entwicklungen sind zu beobachten und was kommt noch?

Sie stehen mitten auf dem Times Square. Um Sie herum stockt der Verkehr, Yellow Cabs drängeln sich mit hupenden, wutschnaubenden Fahrern an Ihnen vorbei. Vom Bürgersteig aus winkt Ihnen Robert De Niro zu, während Jennifer Lawrence Sie von der Seite stupst und Michael Fassbender Ihnen lächelnd auf die Schulter klopft.

Klingt wie ein Traum? Bald schon nicht mehr, denn die Traumfabrik Hollywood arbeitet daran, Virtual-Reality-Filme zu entwickeln, in denen wir uns den Stars hautnah fühlen. Auch kleinere Filmproduzenten erschließen sich die Technologie. Stellt VR also unsere Film- und Fernsehgewohnheiten auf den Kopf?

In ein anderes Leben eintauchen

Virtual Reality erfüllt Sehnsüchte. Zum Beispiel die nach ein wenig Glanz und Glamour. Einmal live dabei sein, wenn die Promis auf der Berlinale über den roten Teppich schreiten. In der ZDF-Mediathek können Sie in die Haut einer Journalistin schlüpfen und genau das erleben. Und dabei müssen Sie nicht einmal selbst in der Kälte warten.

Zum ZDF-Video: https://vr.zdf.de/der-berlinale-palast/

Die 360-Grad-Ansicht lässt Sie vom Zuschauer zu einem Teilnehmer des Geschehens werden. Sie sehen die Kollegen neben sich. Oder Sie konzentrieren sich voll und ganz auf die anrollenden Limousinen.

Mehr als ein Cardboard aus Pappe und ein Smartphone der neueren Generation sind hierfür nicht nötig. Wie aber sind solche Filmerlebnisse möglich? Welche Technik wird hierfür eingesetzt und lässt sie sich für konventionelle Filmproduktionen nutzen?

Beeindruckender Vorreiter dieser Entwicklung war und ist die Gaming-Branche. Längst tummeln sich Publisher wie Ubisoft (Eagle Flight) und Valve (The Lab) auf dem Markt. Doch zwischen Gamedesign und Videoproduktion liegen bedeutende Unterschiede.

Neue Kameras, neue Chancen

Damit VR neben dem Gaming- auch unseren Filmgenuss revolutionieren kann, braucht es Spezialkameras. Von der einfachen One-Shot-Fotokamera über High-End-4K-Modelle mit Livestreaming- und 3D-Funktion ist die Palette groß.

Entsprechend unterschiedlich ist der Preis. Von einigen hundert bis hin zu mehreren tausend Euro ist alles dabei. Die Investition lohnt sich vor allem für Filmschaffende mit großem Budget: Bereits 2018 sollen VR-Blockbuster in Spielfilmlänge verfügbar sein.

Aber welche Kamera ist die richtige? Genau genommen reden wir hier von Kameras, der Mehrzahl also. Denn eine einzelne VR-Kamera reicht oft nicht aus, um ein qualitativ hochwertiges Video zu drehen. Wie viel Equipment das Filmteam im Einzelnen benötigt, hängt vom Budget und den persönlichen Vorstellungen ab.

Wer seine VR-Filme zum Beispiel in Weitwinkeloptik drehen will, sollte mit mindestens fünf Kameras am Set rechnen. Noch besser sind Kamera-Rigs, die über bis zu 16 einzelne Kameras verfügen. Gesagt, getan? Nicht unbedingt. Viele der Geräte auf dem Markt haben relativ kleine Sensoren, was bei Tageslicht nicht weiter stört. Innenaufnahmen jedoch sind ohne zusätzliche Lichtquellen schwierig.

Die technischen Anforderungen stellen Filmemacher vor völlig neue Herausforderungen. Schließlich dürfen bei dieser Rundumsicht die übrigen Kameras inklusive Kameramann nicht zu sehen sein.

Das gilt für das gesamte Equipment inklusive Personal, das man nun nicht mehr hinter der Kamera verstecken kann, denn ein Hinter oder Vor gibt es nicht. Bis auf einen kleinen toten Winkel ist alles sichtbar. Um dieses Problem zu lösen, wird die Hightech-Kamera auf einem Einbeinstativ montiert.

Tonequipment nicht vergessen

Die richtige Ausstattung gehört bei VR – Achtung, Wortspiel – zum guten Ton. Mit einem Ansteckmikrofon ist es bei Virtual-Reality-Filmen daher nicht getan, noch weniger bringt ein handelsübliches Kameramikrofon.

Hinweis: Für den Hobbybereich sind Kombilösungen sicherlich in Ordnung. Bei der professionellen Videoproduktion liegen jedoch höhere Standards an.

Aktuell beschäftigt sich das europäische Forschungsprogramm Orpheus mit der 3D-Audio-Produktion. Mehr als zwölf Firmen und Forschungseinrichtungen arbeiten in diesem Programm gemeinsam daran, Soundlösungen für die nächste Generation VR-Film zu finden.

So heißt die Innovation des Fraunhofer Instituts Cingo, die binaurale Köpfhörermixe rendert und schon heute auf Smartphones wie dem Google Nexus oder dem Samsung Gear eingesetzt wird.

Ein zur Optik von VR angemessenes Sounderlebnis zu schaffen, ist eine große Herausforderung für die Branche. Neben Wissenschaftlern tüfteln auch Profis aus der Wirtschaft wie Beyerdynamic an Kopfhörern, die einen perfekten Raumklang erzeugen sollen.

Rundum-Mikrofone wie das RondoMic von Dysonics 360 Grad oder das Sennheiser AMBEO VR Mic gehen in die richtige Richtung, fordern aber auch einen stolzen Preis.

Erste Filme schon fertig

Einen denkwürdigen Schritt in Richtung Zukunft machte Oculus mit seinem Animationsfilm Dear Angelica. Mit einem Touch Controller und der App Quill schufen die Kreativen einen 12-minütigen Animationsfilm mit von Hand gefertigten Illustrationen im VR-Design.

Der Film begeisterte das Fachpublikum, sodass er für den Oscar 2017 als bester Animationsfilm nominiert war. Schauspielerin Geena Davis, die der Hauptfigur Angelica ihre Stimme lieh, bringt die Faszination von VR auf den Punkt:

„You feel a lot more with VR. It will be a much more intense experience. You live it, you feel the creation of it.“

„Mit VR fühlst du viel mehr. Es wird eine sehr viel intensivere Erfahrung sein. Du lebst es, du spürst die Gestaltung davon.“

Ein weiteres spannendes Beispiel ist der animierte Kurzfilm Lost vom Oculus Story Studio.

Der Zuschauer landet in einem Wald. Es ist Nacht, fahles Mondlicht schimmert durch die Baumkronen. Das friedliche Zirpen der Grillen trügt, tief im Unterholz versteckt sich eine Bestie. Bereits 2015 zeigte das Unternehmen mit diesem beeindruckenden Experiment, was im VR-Filmbereich möglich ist.

Noch weiter gehen die New Deal Studios. Mit Kassenschlagern wie Inception und Interstellar hat das Filmteam bereits ein Millionenpublikum begeistert. Mit The Mission soll nun der Sprung von VR in die Kinos gelingen.

Halten wir fest: Hollywood will VR. Die Zuschauer wollen VR. Doch warum sehen wir noch keine VR-Filme oder -Serien mit Schauspielern aus Fleisch und Blut? Dafür gibt es mehrere Gründe.

Probleme und Hindernisse

Ein Hauptproblem liegt beim Preis. Die Technik ist noch recht neu und entsprechend kostspielig. Auch der größte Filmfan überlegt es sich zweimal, ob er rund 700 Euro für ein anständiges VR-Headset ausgeben möchte. Hinzu kommt weiteres Equipment wie Controller, Kopfhörer und/oder ein entsprechendes Soundsystem.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Beitrag: „Was kostet ein Imagefilm?

Damit hat die Spieleindustrie seit Längerem zu kämpfen, obwohl sie seit Jahren den Einsatz von VR vorantreibt. Noch reicht der Absatz nämlich nicht aus, um VR-Games massentauglich zu machen.

Das gleiche Problem hat der Film. Professionelle VR-Kameras kosten viel Geld. Nicht jedes Filmstudio kann diese Investition vorschießen. Kinos müssen ebenfalls umrüsten, um den Zuschauern einen VR-Filmgenuss zu bieten. Diese Umstellung werden in naher Zukunft nur die großen Studios und Kinoketten realisieren können.

Doch der Sprung steht unmittelbar bevor. Hybridlösungen wie die Netflix-VR-App zeigen schon jetzt, wie stark Unternehmen in den Markt vordringen:

Auch die Postproduction hat ihre Tücken: Bei der Produktion von VR-Material fallen riesige Datenmengen an. Und den hohen Anforderungen mit Frames von 11,1 ms sind selbst Computer mit vielen Grafikprozessoren nicht gewachsen. Die Postproduction hochauflösender VR-Videos ist daher nur mit sehr schnellen Rechnern umsetzbar. Hier fallen erneut Kosten für die Nachrüstung an.

360-Grad-Film und Augmented Reality

So spannend die Entwicklung von VR auch ist – aus den genannten Gründen müssen die Verbraucher sich erst noch an die Technologie gewöhnen und der Branche Zeit geben.

Schon jetzt bieten wir Ihnen einen Vorgeschmack: Ob Dresdner Sykline oder ein Rundumblick in das BMW-Werk – wir sind auf hochwertigen 360-Grad-Film spezialisiert. Und wenn Sie einen Augmented-Reality-Film realisieren wollen, sind Sie bei uns ebenfalls richtig. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob Virtual Reality die Filmbranche revolutionieren wird, sondern wann. So faszinierend die bisherigen Fortschritte sind, in die Kinos und die meisten Wohnzimmer hat es VR noch nicht geschafft. Auch sorgt die neue Technologie bei vielen Computern für Performance-Probleme. Aber bald, da sind wir uns sicher, werden Sie zusammen mit den Stars auf dem Times Square stehen – und das mitten in Ihrem Wohnzimmer.

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