360-Grad-Film: 7 Dinge, auf die es ankommt

Der 360-Grad-Film erobert die sozialen Netzwerke, Marketing-Etagen und Wohnzimmer. Doch gibt es sieben Dinge bei den angesagten Rundum-Videos zu beachten.

Die Popularität von 360-Grad-Videos ist ungebrochen. Kein Wunder: Schließlich entsteht bei deren Betrachtung ein Gefühl der Schrankenlosigkeit. Der Zuschauer befindet sich im Zentrum des Geschehens und kann am Bildschirm, aber auch mit der VR-Brille in Naturexpeditionen, virtuelle Werksführungen oder Stadtpanoramen eintauchen.

Bei der Produktion von Rundum-Filmen können aber auch Fehler passieren. Damit Sie das Ergebnis erhalten, das Sie sich von dieser erstaunlichen Technologie wünschen und auch erwarten können, haben wir sieben Dos und Dont’s für Sie zusammengetragen.

1. Gutes Equipment besorgen

Das Sprichwort besagt: Wer billig kauft, kauft zweimal. In Bezug auf diesen Artikel könnte es lauten: Wer billig kauft, muss mit 360-Grad-Videos auf Amateurniveau leben. Im Netz gibt es eine Fülle von Anleitungen, in denen Einsteigern dazu geraten wird, Videos mit günstigen Kameramodellen aufzunehmen. Für den Privatgebrauch sind Mittelkassekameras wie die Samsung Gear 360 auch völlig ausreichend.

Wer jedoch hochwertige 360-Grad-Clips für Marketingzwecke oder andere öffentlichkeitswirksame Aufgaben benötigt, sollte von Anfang an nicht am falschen Ende sparen. Von Rigs über Fisheye-Kameras ist die Auswahl bis hin zur Ozo von Nokia unbegrenzt. Und im August soll Panasonic eine 360-Grad-Live-Kamera mit Live-Stitching auf den Markt bringen. Spannend ist auch die Z Cam S1, die mit vier Sensoren aufzeichnet und Live-Streaming in 4k ermöglicht. Bei den GoPro-Rigs hingegen arbeiten mehrere Action-Kameras zusammen.

Grundsätzlich gibt es auf technischer Seite viele Dinge zu beachten, wenn es um die Vorbereitungen zu einem qualitativ hochwertigen 360-Grad-Video geht. Als Stichworte sind hoher Kontrastumfang, Synchronisation und manuelles Stitching zu nennen. Zwar lassen sich heute bereits dank zusätzlicher Objektive mit gewöhnlichen Smartphones 360-Grad-Fotos und -Videos aufnehmen. Allerdings eignen sich diese eher für den Hobby-Bereich.

2. Die Vorbereitungen nicht unterschätzen

360-Grad-Filme sehen meistens so aus, als wären sie zufällig und spontan entstanden. Dieser Eindruck wird ganz bewusst vermittelt, insbesondere in der Werbung. Schließlich transportieren die atemberaubenden Bilder ein Gefühl von Abenteuer, Leichtigkeit und Freiheit. Doch Sie können sicher sein, dass inbesondere in den aufwendigen Produktionen sehr viel Vorarbeit steckt.

Die Preproduction bildet auch bei den Rundum-Videos einen nicht zu unterschätzenden Aufwand. Ähnlich wie bei klassischen Imagefilmen müssen Drehorte ausgesucht, Schauspieler engagiert, die passende Technik herangeschafft und das Set richtig ausgeleuchtet werden. Kommt zur 360-Grad-Variante auch noch 3D hinzu, wird der Aufwand dementsprechend größer. Neben den bereits erwähnten Kameras sind also weitere Vorüberlegungen und eine lückenlose Konzeptionierung erforderlich.

3. An 360-Grad-Audio denken

Die Audio-Komponente wird bei der Produktion von 360-Grad-Videos häufig vernachlässigt. Wenn Sie Filme produzieren, bei denen es Ihnen ausschließlich auf den visuellen Eindruck ankommt, ist das weitgehend unproblematisch. Geht es Ihnen aber um das uneingeschränkte 360-Grad-Erlebnis, so sollten Sie auch hier auf hochwertiges Equipment setzen, um eine binaurale Tonqualität zu gewährleisten. So passt sich das Klangbild der Bewegung des Kopfes an und sorgt für einen noch realistischeren Eindruck. Bedenken Sie auch Details wie das passende Ansteckmikrofon.

Ein normales Richtmikrofon reicht bei Weitem nicht aus. Sie brauchen räumliches Audio, um den visuellen Eindruck Ihres Films zu unterstützen. Als Belohnung winken vergleichsweise hohe Reichweiten in sozialen Netzwerken, unter anderem auch deswegen, weil diese Audioqualität noch nicht zum Standard gehört.

4. Neue Storytelling-Chancen nutzen

Die angesagten 360-Grad-Videos sehen nicht nur schick aus, sondern bieten auch Chancen für das Storytelling. Nutzen Sie diese! Anders als klassische Filme, die den Zuschauer nur mit einem einzigen festen Bildausschnitt abholen, ist nun der gesamte Raum erfahrbar. Das stellt Filmschaffende zugleich vor neue Herausforderungen, gerade weil der Zuschauer selbst entscheidet, wohin er seinen Blick lenken möchte.

Das moderne Storytelling lässt sich auch für Marketing effektiv nutzen. Noch geht es darum, Szenarien zu erfahren – eine Safari etwa. Doch schon bald werden einfache und komplexe Geschichten via Cardboard, aber auch direkt am PC oder am Smartphone mittels 360-Grad-Rundumsicht selbstverständlich sein. So kann sich die Story in einem vorgegebenen Abschnitt abspielen, während drumherum lauter kleine Geschichten parallel passieren. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Durch die verstärkte Interaktion genießt der Zuschauer ein tiefes, beeindruckendes Filmerlebnis. Dieses kann auch hervorragend für die Live-Kommunikation genutzt werden – so werden Zuschauer zu Besuchern von Messen, können sich überall umsehen und mitten ins Geschehen eintauchen. Es gilt allerdings, die Aufmerksamkeit zum passenden Zeitpunkt im Sinne der Story zu gewinnen. Die Loslösung vom Bildausschnitt beinhaltet demzufolge das Risiko, dass der Betrachter im richtigen Moment in die „falsche“ Richtung schaut.

5. Keine Wackelkamera

360-Grad-Kameras sind sowohl auf Rennpisten als auch in Ateliers gern gesehen. Und wirklich niemand möchte verwackelte Rundumbilder, die keine Begeisterung, sondern allenfalls Übelkeit auslösen. So sind Achterbahnfahrten auf dem Cardboad nicht für jeden eine tolle Erfahrung. Bekannt unter dem allgemeinen Namen „Reisekrankheit“ ist die Motion Sickness vielen Menschen von längeren Autofahrten bekannt.

Ähnliche Symptome können auch bei 360-Grad-Videos auftreten, wenn zum Beispiel die Auflösung unzureichend ist. Achten Sie daher nicht nur auf hochwertige Kameras, sondern deren möglichst wackelfreien Einsatz. Auch hier lohnt es sich also, mit Profis zusammenzuarbeiten.

Die gestalterischen Freiheiten sind hierbei natürlich abhängig vom Zweck: Ein Snowboardfahrer mit Rig wird turbulente Bilder nicht vermeiden können, geschweige denn wollen. Hier geht es darum, die Dynamik dieser Sportart einzufangen. Gemeint sind eher Filme, in denen ruhige Aufnahmen vom Zuschauer bevorzugt werden. Womit wir beim nächsten Punkt sind.

6. In den Zuschauer hineinversetzen

Die meisten Filmfschaffenden sind Technikfans – oder wissen zumindest etwas mit den Begriffen 360-Grad-Film, Virtual Reality und Augmented Reality anzufangen. Die Versuchung ist jedoch groß, sich in den Features und Spielarten der vielen coolen Gadgets zu verlieren, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Zuschauer.

Bei der Produktion von 360-Grad-Videos sollten Sie immer an den Zuschauer denken. Mit welcher Intention wird er sich den Film ansehen? In welcher Umgebung läuft der Clip? So ist es etwas anderes, einen 360-Grad-Film für die Werbefläche eines Einkaufscenters als für ein Museum zu produzieren. Dabei müssen die Erwartungen des Zuschauers nicht erfüllt werden, im Gegenteil: Mit ihnen lässt sich auch hervorragend spielen und so für Überraschungen sorgen.

Dennoch empfehlen wir eine angenehme Erzählweise, die den Zuschauer einlädt, eine spannende Rundum-Welt zu erkunden, anstatt ihn mit einem Reiz-Gewitter zu überfrachten. Letztendlich kommt es immer auf den Kontext an – wie viel Aktion kann und darf der Film dem Betrachter zumuten?

7. Jeder Winkel ist sicht- und hörbar

Im Beitrag wurde es schon angedeutet: Nichts bleibt der Rundumsicht verborgen, weder der Dolly, noch der Kaffee-trinkende Regieassistent. Was am klassischen Filmset noch im Hintergrund ablief, gehört bei 360-Grad-Videos der Vergangenheit an. Bevor der eigentliche Dreh losgeht, muss daher die gesamte Umgebung darauf eingestimmt werden. Dies gilt auch für störende Geräuschquellen – selbst ein Flüstern bleibt hier nicht ungehört.

Fazit

Wenn Sie diese sieben Dinge berücksichtigen, stehen die Chancen gut, dass Sie hochwertige, ansprechende und Zielgruppen-gerechte 360-Grad-Videos produzieren. Gern unterstützen wir Sie von der ersten Idee bis hin zur professionellen Umsetzung. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Fragen Sie jetzt den Preis für Ihr Projekt an:

Was kostet Ihr Video? Damit wir den Preis für Ihren individuellen Unternehmensfilm entwickeln können, möchten wir ganz unverbindlich Ihr Anliegen verstehen und Ihre verschiedenen Möglichkeiten mit Ihnen besprechen. Ihre detailllierten Informationen zum gewünschten Konzept und zur Realisierung helfen uns, Ihr maßgeschneidertes Angebot zu erstellen.

Leave a comment